namen verlassen die festungen - Gedichte
namen verlassen die festungen meiner epiloge
namen durchbohren den himmelsrand mit ihren gefiederten körpern
ich weiß ihre zahl nicht mehr
du hast diese schar absichtlich aufgescheucht
ihr redseliges gefieder wird mich nachts kitzeln
weiße federn ausgebreitete arme abgebrochene ruder
verabschieden sich nicht
unsere wege führen immer im kreis herum
sie schlummern im flug ein denn sie wissen dass sie morgen auferstehen werden
sie schlummern im flug ein denn sie glauben an wind und kälte
unausgesprochene worte mischen sich unerwartet wieder ein
ich höre
namen diese süßen wie manna wie senfkörner
in mir türmen sie sich zu einer neuen klagemauer auf
namen haben auch mich getäuscht blieben in prologen stecken
namen die mir mein recht auf stille nahmen
namen vergisst man so schnell wie geburtsschmerzen
namen vergisst man. narben
bleiben.
atmen
Die Zugluft zwischen den Zimmern, wie ein Waldhorn zieht sie sich.
Ein kaltes Lachen fließt und wird zu Schleim verflüssigt milchig.
Ein dreister Wachmann, ein ungeschickter Page,
verscharrt Schmutz im Inneren fremder Bagage.
Wohin führen die Spuren, die unter dem Teppich versteckt,
es versagte nicht die Wolfsnase, die in die Nacht sich reckt.
Im Halbschlaf ächzt vor Erinnerung das Parkett,
prallt wie gegen ein Messer gegen den kaum spürbaren Schritt.
Und die Zugluft, die unterm Filz hervorfließt,
berichtet kaum etwas über dies Trauer-Ereignis.
An des ausgetretenen Parketts Uferwegen
wachsen aus Hörern trockene „Hallos“ entgegen.
annamaria
planscht wie ein fisch
platscht auf dem wasser herum
annamaria ist mein persönliches u-boot
wurde als ebenbild dieser submarina geschaffen
sinkt so vorsichtig
dort auf den grund
annamarias tiefen sind tief
ein warmblut
nur ihre wendigkeit gleicht den fischen
sinkt winkt, sie solle der
bloßen
stimme folgen das von wassern weggespülte flüstern verschlucken
begreife annamaria mein meer bist du
die stimme gebiert einufer
du gehst dorthin
platscht auf dem wasser herum
annamaria ist mein persönliches u-boot
wurde als ebenbild dieser submarina geschaffen
sinkt so vorsichtig
dort auf den grund
annamarias tiefen sind tief
ein warmblut
nur ihre wendigkeit gleicht den fischen
sinkt winkt, sie solle der
bloßen
stimme folgen das von wassern weggespülte flüstern verschlucken
begreife annamaria mein meer bist du
die stimme gebiert einufer
du gehst dorthin
und worte,
was sind worte, sie existieren unabhängig von uns
wir treten
unfrisiert in ihr zimmer
mitaugenlidern
scharf wie macheten
mitlungen
voll bitterem karma
und die
scheuen worte fliehen ohne klagen
wie
geisteskranke schlagen sie ihren kopf gegen das bett
doch sie
sind nur zierde
sie sind
nur das womit
wir
unseren hals schmücken wie die eingeborenen
ihre nase
ist vom geruch des körpers überwältigt
ihr atem
gleicht schneidendem wind
der weiße
plafond verliert sein gold
und die
worte verlieren auf ewig ihre unschuld
nur die
verzweiflung leuchtet
und tropft
in die dunkelheit
und die
kaum beruhigte brust hebt sich
wir liegen
auf der bettstatt wie in öder steppe
mit worten
die nie unsere sein werden